Gin nach Sorten

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Die Gin-Sorten

Genever

Genever wird allgemein als Urform oder Mutter des Gins gesehen und ist auch heute noch ein recht analoges Destillat, das ebenfalls mit den typischen Gin-Botanicals wie Wacholder, Koriander, Ingwer und Angelikawurzel aufwartet. Genever ist zudem eine Art Herkunftsbezeichnung und darf lediglich in ausgewiesenen Gebieten wie seinem Ursprungsland den Niederlanden, Belgien, in Gebieten Deutschlands und Frankreichs produziert werden. Übrigens: In Holland gibt man seinen Genever randvoll in ein Glas und nippt den ersten Schluck ohne Hände.

Old Tom Gin

Heutige Old Tom Gins nehmen namentlich wie geschmacklich Bezug auf Gin, wie er während des 18. Jahrhunderts getrunken wurde. Eine einheitliche Definition ist schwierig zu geben, allerdings sind Old Toms süßlichere Destillate als die üblichen Gins. Der Legende nach stammt der Name Old Tom von einer Statue mit Katzenkörper, die nach dem Gin Act an einigen Pubs angebracht worden war. Bekam man trotz des Gin-Verbots Lust auf einen Schluck, gab man etwas Geld in das Maul der Katze und erhielt dafür ein heimliches Gläschen. Heute ist die Sorte Old Tom immer mehr im Kommen und ist vor allem auch in der Cocktail- und Longdrink-Szene beliebt. Hayman’s, Boord’s, Both’s und auch Tanqueray sind nur einige Destillerien, die Old Toms in ihr Sortiment mit aufnahmen.

Plymouth Gin

Trotzdem in der englischen Hafenstadt Plymouth nur eine Destillerie existiert, wird dem dortig produzierten Gin eine ihm eigene Geschmacksrichtung und damit ein eigener Stil zugeschrieben. Plymouth Gin ist zudem eine Herkunftsbezeichnung und darf nur im dortigen Gebiet hergestellt werden. Tatsächlich unterscheidet sich dieser Gin geschmacklich von seinen englischen Brüdern und nähert sich aufgrund der eher süßlichen anstatt bitteren Botanicals geschmacklich eher den Old Toms, denn den London Dry Gins an. Plymouth Gin ist offizielles Getränk der britischen Royal Navy.

London Gin und London Dry Gin

London Gins wie London Dry Gins müssen nicht zwingend in London hergestellt werden, sondern verweisen eher auf eine Art Richtlinie und Reinheitsgebot, die bei der Produktion eingehalten werden müssen. London (Dry) Gins bestehen demnach ausschließlich aus Agraralkohol, ihre Aromen erhalten sie lediglich während der zweiten Destillation, wobei hier keine Zutat einzeln zugefügt werden darf. Nachträglich dürfen keinerlei aromatisierende, versüßende oder andere Beifügungen wie Farbstoffe zugegeben werden. Insgesamt darf ein London Gin nicht mehr als 0,1g Zucker enthalten. Will er Dry genannt werden, dürfen gar keine süßenden Erzeugnisse hinzugefügt werden.

London Gins und London Dry Gins sind die bekanntesten und beliebtesten Gin-Sorten weltweit. Auch wenn sie sich sämtlich durch geheime Rezepturen und spezielle Botanicals auszeichnen, so ist den London (Dry) Gins doch meist eine starke Wacholder- und Koriandernote eigen sowie eher bittere Aromen wie Angelikawurzel und Zitronen- wie Orangenschalen. Zu den bekanntesten Marken zählen Tanqueray, Bombay Sapphire, Hendrick’s, Beefeater und einige mehr.

Dry Gin

Dry Gins sind den London Gins nicht unähnlich, haben meist eine wacholderlastige Grundnote und werden zweifach destilliert. Hier dürfen jedoch die Botanicals und Aromastoffe zu jedwedem Zeitpunkt und auch nacheinander hinzugegeben werden. Auch naturnahe Aromen sowie Farbstoffe sind hier nicht verboten.

Neue Gins

Hierunter fallen schließlich all jene neueren Kreationen auf dem Gin Markt, die sich nicht mehr ganz eindeutig zuordnen lassen. So tritt hier oftmals die typische Wacholdernote zugunsten anderer Botanicals zurück. Auch werden immer mehr Gins geschaffen, die ihre jeweiligen Standorte geschmacklich und aromatisch perfekt vertreten und beispielsweise mit Preiselbeeren aufwarten wie der Monkey 47 aus dem Schwarzwald oder The Duke Gin aus München mit seinen charakteristischen jedoch für Gin unüblichen Hopfen und Malznoten. Auch G’Vine aus Frankreich, der bereits beim Ausgangsprodukt aus der Reihe tanzt und aus Trauben hergestellt wird, ist hier zu nennen.

Gerade die floralen, lieblicheren Gins haben eine Gegentendenz geschaffen. So werden seit neuestem immer mehr Navy Strength Gins angeboten, also Abfüllungen, deren Alkoholgehalt nicht wie üblich mit der Zugabe von Wasser verdünnt wurde. Diese Sorten gehen auf die britische Marine zurück, die während des 18. und 19. Jahrhunderts gerne einmal ihren Gin mit auf See nahmen. Damit bei einem versehentlichen Verschütten das Schießpulver trotzdem noch abgefeuert werden konnte, wurde erlassen, dass Navy Strength Gins einen Mindestalkoholgehalt von 57% vol. alc. haben müssen.

Sloe Gin

Sloe Gin ist ein Schlehenlikör, bei dem das Steinobst in Alkohol mazeriert wird. Auch die Zugabe von Schlehensaft ist erlaubt. Sloe Gins erinnern geschmacklich leicht an Bittermandel und gehören zu jenen Spirituosen, die gerne auch selbst hergestellt werden. Zumeist sind Sloe Gins weniger süß und lieblich als andere Liköre.

Ein Sloe Gin muss nach EU-Richtlinien mindestens 25% vol. alc. sowie einen Mindestzuckergehalt aufweisen, jedoch (anders als der Name vermuten lässt) keinen Gin. Mittlerweile genügt es, Agraralkohol für die Herstellung zu benutzen. Doch zumeist wird heute immer noch Gin verwendet.

Aufgrund der steigenden Nachfrage nahmen einige Gin-Hersteller Sloe Gin in ihr Sortiment auf, wie beispielsweise Gordon’s, Hayman’s, Monkey 47 und auch die Münchner The Bitter Truth.