Gin nach Ländern

Artikel 1 bis 20 von 769 gesamt

pro Seite

Seite:
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5

Artikel 1 bis 20 von 769 gesamt

pro Seite

Seite:
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5

Gin nach Ländern - Große Klassiker und spannende Exoten

Jedes Land besitzt eine eigene Trinkkultur und eine bestimmte Art von Verständnis, wie der Schluck, mit welchem man sich die Abendstunden und gemütliche Zeit in Gesellschaft versüßt, zu schmecken hat. Bei den Schotten darf es auch mal rauchig und hochprozentig sein, die Italienier lieben es vielfältig mit ihrem prickelnden Prosecco, ihren bitteren Aperitivos und hervorragenden Weinen und in Deutschland ist man mit Obstbränden, Bier und Wein stets darauf bedacht, das Beste der Heimat zu verarbeiten.

Wacholderbrände besitzen in vielen Ländern durchaus eine längere Geschichte und wurden seit jeher gern genossen. Doch heute, mit dieser neuen Beliebtheitswelle des Gins, ist es noch spannender zu verfolgen, wie eine solch vielseitige und variable Spirituose wie Gin in den jeweiligen Ländern und Regionen interpretiert wird.

Auch hier scheint es, dass man meist versucht ist, die Gin-Tradition mit dem besten des jeweiligen Landes zu verbinden. Und da Gin nicht nur bei der Wahl der Botanicals sondern auch bei der Wahl des Grundstoffs für den Neutralalkohol vielseitig und variabel ist, ist es besonders spannend, die ländertypischen Gin-Auffassungen und -Traditionen zu beleuchten.

Werfen wir deshalb einen Blick auf die tätigsten Gin-Nationen:


Deutschland – Beste Brennkunst und heimische Zutaten

Wacholderbrand war stets ein Bestandteil des riesigen Repertoires an deutschen Obstbränden und Schlehenliköre auf Gin-Basis zählen bis heute zu den beliebtesten Haushaltsrezepten. In letzter Zeit, als Gin immer beliebter wurde und die Nachfrage stieg, begannen auch deutsche Brennereien vermehrt damit in die Gin-Produktion einzusteigen. Neben bekannten deutschen Brennereien schafften es auch erfolgreiche Startup-Unternehmen und heimische Kleinstdestillerien zu großer Bekanntheit.

Neben den versierten Virtuosen mit ihrer langen Brenntradition wie beispielsweise Adler Berlin Dry Gin, waren es vor allem auch Neulinge, die ihrer Gin-Begeisterung mit einer neu eröffneten Destillerie ein Fundament gaben. Sei es Gin Sul, der Hamburger Gin mit der portugiesischen Seele, oder der nachhaltig geschaffene Feel! Gin des jungen Korbinian Achternbuschs aus München- all diese Gins brillieren durch echte Handwerkskunst und die Hingabe ihrer Brennmeister.

Auch die eine oder andere Bar ließ es sich nicht nehmen, stilecht einen hauseigenen Gin anzubieten. So geschehen in der Lebensstern Bar in Berlin sowie Club Charles mit seinem gleichnamigen Club Charles Gin.

Bei den deutschen Gins ganz vorne mit dabei: Monkey 47 Gin aus dem Schwarzwald. Dieser wurde mit 47 Botanicals versehen, einer beachtlichen Zahl, die sich zum Großteil aus heimischen Ingredienzen zusammensetzt. Wie Monkey, so sind auch viele andere deutsche Destillerien darauf bedacht, ein Stück Heimat in ihrem Gin einzufangen. Sei es Bavarka Gin vom bayrischen Schliersee mit seinen Hopfen- und Heu-Noten, Ferdinands Saar Quince Gin, der den Sloe Gin regional umfunktionierte oder die gewitzten Berliner Brandstifter, die sich geschmacklich ganz der deutschen Hauptstadt verschrieben.

 

Großbritannien – Das Mutterland des Gins

Wenn seine Ursprünge auch in den Niederlanden liegen, so stammt der klassische Gin wie wir ihn heute schätzen doch aus Großbritannien. Die Briten wiederum brachten den holländischen Genever während des Niederländisch-Spanischen Kriegs von Holland mit in die Heimat und verfielen alsbald dem aromatischen Destillat. Denn das wacholderhaltige Getränk kam dort so gut an, dass der Genuss im 17. Jahrhundert schließlich im Gin Craze endete. Der Konsum von Gin lag zwischendurch um ein weites höher als beispielsweise der Bier-Konsum und vor allem die Unterschicht hatte aufgrund der damals noch schlechteren Qualität (ebenso wie der übertrieben hohen Dosis) mit gesundheitlichen Problemen und gar frühen Todesfällen zu kämpfen. Erst mit dem Einschreiten der Regierung änderte sich dies wieder und der Gin-Konsum wurde in "akzeptable" Bahnen gelenkt.

Egal ob London Dry, Sloe Gin, Navy Strenghts oder Plymouth Gins- Sie alle finden ihre Wurzeln auf der britischen Insel und begeistern seit jeher sowohl Einheimische als auch jene, die mit ihnen in Berührung kommen. Als klassisches Ginland finden sich in England selbstredend auch viele klassische Gins sowie die großen Stars der Barszene. Egal ob The London Gin, Bombay Sapphire oder Tanqueray, sie alle sind auf der grünen Insel zu finden und machen sich hervorragend in Kombination mit klassischen Tonics von Fever-Tree, Fentimans oder Schweppes.

Und da gerade von Tonic die Rede ist: die Legende besagt, dass es britische Soldaten waren, die zur Vorbeugung vor Malaria ihr Chinin in Tonic Water einnahmen. Um den bitteren Geschmack des recht hoch dosierten Tonikums abzuschwächen und etwas Schwung hineinzubringen, gab man kurzerhand Gin hinzu und schuf so ein Mixgetränk, das bis heute zu den beliebtesten Drinks weltweit zählt.

Neben England ist es vor allem Schottland, das sich auf dem Gin-Markt hervortut und beweist, dass es neben Whisky auch versiert in der Herstellung der Wacholderspirituose ist. Einer der beliebtesten Gins ist Hendrick’s Gin, der mit Rose und Gurke ein ganz eigenes Geschmacksbild präsentiert. Und wer es nicht wusste: auch Tanqueray besitzt mittlerweile seinen Firmensitz in Schottland und begeistert von dort aus mit No. Ten, Old Tom, Malacca und Co.

In Schottland ist es durchaus nicht unüblich, dass große und bekannte Whisky Destillerien neben schmackhaften Single Malts auch einen Gin ins Sortiment mit aufnahmen, so beispielsweise die bekannte Islay Destillerie Bruichladdich, die mit ihrem The Botanist Islay Dry Gin ebenso begeistert wie mit ihrem Bruichladdich Scotch. Und Gilt Single Malt Scottish Gin besitzt wie ein echter Single Malt sogar gemälzte Gerste aus Schottland als Basis.

 

Niederlande – Die Ursprünge

Spricht man von bekannten Gin-Ländern, dürfen die Niederlande selbstverständlich nicht fehlen. Bis heute zeichnet sich das Mutterland des Genevers mit diversen Gins und auch Jenevers (wie der Genever noch genannt wird) aus. So haben einige Destillerien Hollands sowohl Genever als auch Gin im Angebot, wie beispielsweise Bols und Zuidam.

Wer es nicht wusste: Genever gilt als der "ursprüngliche" Gin, an welchem sich die Engländer ein Vorbild nahmen. Aus dem niederländischen Nationalgetränk war nach und nach der London Dry sowie die anderen Gin-Arten entstanden.

 

Spanien – Lebensfreude, Zitrusfrische und Exotik

Einige der spannendsten und innovativsten Gins stammen aus Spanien, das neben England zur ganz großen Gin-Nation gehört. Exotisch anmutende Ingredienzen wie bei den Sikkim Gins oder bei Botanic London Dry Gin, fröhlich bunte und spannende Flaschenformen und –designs wie von Gin Mare, 5th Gin oder Tann’s Gin und interessante New Western Rezepturen machen klar, dass Spanien bereit ist, den etwas anderen Gin zu genießen.

Doch auch klassische London Dry Abfüllungen, z.B. Ana Gin, Jodhpur Gin und Co. machen klar, dass man durchaus auch auf Bewährtes und Bekanntes setzt. Als solches verzichtet auch Spanien nicht auf den Gin & Tonic Genuss, stilecht mit Eiswürfeln und Zitrone. Perfekt für sommerliche Fiestas und umtanzte Nächte.

 

USA – Western mal ganz anders

Kleine Destillerien mit hohen Qualitätsansprüchen finden sich mit Brooklyn Gin, Bluecoat American Dry Gin und einigen mehr in den USA. Diese zeichnen sich meist durch den New Western Style aus und begeistern mit spannenden Ideen, die sich durch Inspirationen ihrer Heimat speisen. So führen St. George’s Gins sowohl Abfüllungen auf Roggen-Basis (Rye Gin) als auch Gins, die mit Kräutern und Pflanzen aus Kalifornien (Terroir Gin) versehen wurden. CapRock Colorado Gin bedient sich bei Jonathan Äpfeln für sein Grunddestillat und Aviation American Gin gilt mit seiner zurückgenommenen Wacholdernote als einer der typischsten Vertreter der New American Gins.

Sie alle zeichnen sich durch eine eher zurückgenommene Präsenz des Wacholders aus, der zugunsten anderer, meist floralerer Botanicals zurücktritt. American Gins wissen sich hervorragend in allerlei Cocktails und Longdrinks zu beweisen. Herrlich anschmiegsam und perfekt für Happy Hours, öffnen sie der Barszene neue Türen und Tore.