Großbritannien

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Gin aus Großbritannien – Die Wiege des Gins

Sind Sie Gin Fan und haben sich bereits etwas in die Materie eingelesen, so werden Sie sicherlich schon des öfteren davon gehört haben, dass Großbritannien als Mutterland des Gins gilt. Hier fand sein großer und erster Hype statt, hier erfand man das beliebte und traditionelle London Dry Verfahren und hier trank man in früheren Jahrhunderten so viel der wacholderhaltigen Spirituose, dass Gin allerorts als „mother’s ruin“ bekannt war und bei weitem den Konsum von Bier überstieg (mehr dazu bei „About Gin“). Man kann allerdings davon ausgehen, dass damaliger Gin mit unseren heutigen Premium Destillaten wenig zu tun hatte. Vor bzw. zu Beginn der Industrialisierung war das Destillationsverfahren nicht so ausgereift wie heute, sodass der Alkohol deutlich schärfer zum Vorschein kam und auch das Spiel mit den Botanicals hatte man damals nicht so wie heute beherrscht. Doch die Meilensteine hatte man bereits gelegt: in Großbritannien entstanden Old Tom Gins wie auch Plymouth und London Dry Gins und so gut wie alle großen Gin Marken, sei es Bombay, Tanqueray, Gordon’s oder Finsbury, entstammen den britischen Inseln.

Und nicht nur das: es waren der Legende nach britische Soldaten, die ihr Chinin zum Schutz vor Malaria als Tonic Water eingenommen hatten und dieses nach kurzer Zeit mit Gin zu „strecken“ begonnen hatten – und damit den beliebten Gin & Tonic schufen und verbreiteten.

 

Auf der Suche nach einem „klassischen“ Gin? Dann werden Sie hier fündig

Auch heute noch wird Großbritannien als das Gin Land geführt, dass der Tendenz nach eher für klassische und traditionelle Abfüllungen verantwortlich ist. Die großen London Dry Gins mit deutlicher Wacholderpräsenz (wie Hayman’s, Beefeater und Co.) stammen überwiegend aus den hiesigen Landen und bezaubern mit meist leichter Zitrusnote sowie herb trockenem Charakter. Perfekt für die Kombination mit einem klassischen Indian Tonic Water, beispielsweise von Schweppes, Fentimans oder Fever-Tree.

Doch als echte Gin Nation versteckt sich Großbritannien nicht hinter seinen klassischen Rezepturen. Auch hier wird Traditionelles neu interpretiert, spannende und noch nie da gewesene Innovationen gewagt und tief in den Annalen der Gin-Geschichte gesucht. So steht bei manchen Destillerien das Motto „back to the roots“ an allererster Stelle. Man denke hier nur an die Origin Reihe, die alleinig mit Wacholder als Botanical auskommt, diesen jedoch von Gin zu Gin variiert. Ein Beispiel: Origin Arezzos Wacholder stammt aus Italien, Origin Istog hingegen bezaubert mit floral-pfeffrigen Wacholderbeeren aus dem Kosovo.

Viele Destillerien Großbritanniens nehmen Bezug auf alte Anekdoten und Geschichten wie Darnley’s View Gin, der an Maria Stuart und ihren Geliebten Lord Darnley erinnert oder Barber’s Gin und die damaligen Barbiere, die teilweise Gin als das etwas andere „After Shave“ benutzt hatten.

Typisch britisch gibt es natürlich auch den einen oder anderen Gin, der auf einen echten Gentlemans Club Bezug nimmt wie den Corinthian Gin sowie den Mombasa Clubhouse Gin. Wie in anderen Ländern so gibt es jedoch auch in Großbritannien „Ausreißer“ und spannende New Western Gins, die beispielsweise zugunsten der Kirschblüte ihren Wacholderton zurückschrauben (Jinzu Gin) oder es fruchtig und blumig werden lassen (die Edinburgh Abfüllungen Elderflower, Raspberry und Spiced Orange). Geranium Gin baut auf Geranien, da das darin enthaltene Geraniol sich auch in Koriander und Muskat wiederfindet und somit als ideale Ergänzung dient.

Sipsmith, Hendricks, Bulldog – die Reihe ließe sich beinah endlos fortsetzen, denn Großbritannien punktet seit jeher mit einer Vielzahl an unterschiedlichen und vor allem hochwertigen Gins, die garantieren, dass für jeden etwas dabei ist. Schmökern Sie deshalb gerne durch unsere Länder-Kategorien und lassen sich geschmacklich inspirieren.

 

Britischer Gin – Die kleinen, feinen Unterschiede

Britischer Gin ist nicht gleich britischer Gin. Soviel steht fest, wenn man sich ansieht, was England, Schottland, Irland und Wales sowohl der Anzahl als auch dem Geschmack nach schaffen. Deshalb hier ein kleiner Überblick:

England – Heimspiel

England ist unumstritten das Herz der britischen Gin-Produktion, vor dem alle anderen den Hut ziehen. Hier entstanden und entstehen seit Jahrhunderten feinste Destillate, das Zentrum bildet dabei die Hauptstadt London selbst. Es gilt als ungeschriebenes Qualitätsmerkmal, wenn ein Gin behaupten kann, in der Metropole geschaffen worden zu sein. Hier werden beinah verrückt zu nennende Abfüllungen wie Opihr Gin produziert, der mit der gesamten Gewürzpalette des nahen und fernen Ostens aufwartet sowie Professor Cornelius Ampleforth’s Bathtub Gin, der als wahrer Premium Gin scherzhaften Bezug zu den Bathtub Gins nimmt, die zu Zeiten der Prohibition in heimischen Badezimmern stümperhaft destilliert worden waren. Das einzige was diese beiden gemein haben, ist ihre Entstehung in eher kleinen Chargen.

Doch nicht unbedingt New Western Abfüllungen sondern vielmehr klassische und edle Destillate machen das Sortiment englischer Gins aus. Und so sind Berkeley Square und Mayfair nicht nur bekannte Adressen der Oberen Zehntausend Londons, sondern auch Namen geradliniger Gins mit intensiven Aromen und einer herrlichen Spur Herbem.

Und nicht zuletzt stammen die großen Marken Bombay, Gordon’s und Haymans aus englischen Landen und prägten seit über hundert Jahren das Bild des Gins mit.

 

Schottland – Mehr als nur Scotch Single Malt

Schottland beweist nunmehr seit einigen Jahren, dass es mehr kann als nur Single Malt Whisky! Hendrick’s, Tanqueray, Darnleys View, Edinburgh Gins, Cadenhead’s und Blackwood sind nur einige Namen, die sich auch international hervor taten und nicht mehr wegzudenken sind von gut bestückten Barkarten. Nicht zuletzt stiegen die Schotten mit ihrem The Botanist Islay Dry Gin auch quer ein, entstammt der Gin doch der bekannten Islay Destillerie Bruichladdich, die für ihre herrlich torfigen Whiskys berühmt sind und mit James McEwan einen charaktervollen Master Distiller von Weltklasse besitzen.

 

Irland – Hat es in sich

Irland gilt wie Schottland als Single Malt Gegend, die sich durch ihre lieblichen, fassgelagerten Whiskeys hervor tun. Doch seit neuestem reiht sich auch Irland in den Wacholder-Reigen ein und versucht sich an klar destillierten Gins. Ihr Sortiment ist dabei bei weitem nicht so groß wie dasjenige Englands oder Schottlands, doch auch Irland ist auf einem interessanten Weg, der neugierig darauf macht, was wir in Zukunft zu erwarten haben. Derzeit weiß man von drei größeren Gin-Produzenten, die mit Heather Gin und dessen Heidekrautnoten ebenso punkten, wie mit Blackwater No.5 Gin. Dingle Gin wiederum ist ein spannendes Destillat aus einer Brennerei, die auch Whiskey und Vodka im Sortiment führen.

 

Wales – Premium Qualität garantiert

Wales besitzt nicht viele Gin Destillerien, doch mit ihren Da Mhile Destillaten und ihrem Brecon Special Reserve Gin landeten sie gleich einen Volltreffer und spielten sich in die Herzen der Gin Liebhaber. Bei ersteren wird auf organische Zutaten und Tradition gesetzt und letzterer wird so glasklar und mild destilliert, dass sich Brecon Gin pur ebenso gut macht wie in einem Gin Tonic. Hier ist Wacholder der Vorreiter, der im Wechselspiel mit Koriander und Zimt steht. Definitiv eine Kostprobe wert.